Raku

Für das japanische Wort «Raku» habe ich viele Übersetzungen gefunden:

Freude, Glück, Harmonie, Gelassenheit ...

Es war offenbar auch der Familienname einer japanischen Töpferdynastie. Der Legende nach soll diese Brenntechnik von Zen-Mönchen entdeckt worden sein, welche Teeschalen ins Feuer warfen.

Aus schamottiertem Ton werden Gegenstände geformt, getrocknet und bei ca. 900° rohgebrannt. Mit speziellen Raku-Glasuren wird das Stück glasiert.

Während eines «normalen» Glasurbrandes nimmt die Glasur unter Hitzeeinwirkung Sauerstoff auf, es entsteht eine Oxydation. Bei einem Rakubrand wird der Scherben bei ca. 950°, wenn der Schmelzvorgang der Glasur sichtbar wird, mit Zangen und Handschuhen aus dem Ofen genommen. Das glühende Stück wird in brennbares Material gelegt, z.B. Sägemehl, Stroh, Laub oder ähnliches. Die sofort entstehenden Flammen brauchen Sauerstoff, welchen sie aus dem Ton und der Glasur chemisch entziehen. Es vollzieht sich eine Reduktion. So entstehen besondere Glasureffekte, denn das in den Oxydteilen der Glasur enthaltene Metall bekommt seinen Glanz zurück.

Gleichzeitig entsteht bei unglasierten Tonstücken die typische Schwarzfärbung, und die Glasur bekommt durch den Temperaturschock die gewünschten Risse. (Craquelle) Abgebrochen wird dieser Prozess, in dem man das heisse Objekt mit Wasser abschreckt.

Obwohl  während dieses Vorganges der Keramiker auf das Geschehen Einfluss nehmen kann, bleibt der Ablauf durch vielfältige Umstände ein Stück weit zufällig, und das Endprodukt ist in allen Fällen ein Unikat